Gelassenheit 

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach: 

Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewußtseins 


Der Strom der Anforderungen 

Ich übe mich in Gelassenheit. Mir nicht immer alles so zu Herzen zu nehmen. Nicht vom einen zum anderen Termin zu hetzen. Schwer heutzutage, aber machbar. Erfordert halt viel Kraft sich nicht vom Strom der Anforderungen mitziehen zu lassen. Und Selbstbewusstsein, zu sagen – ich habe das Recht und bin es wert, jetzt nach meinem Ermessen zu handeln, zu fühlen, zu sein.


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Goethe: 

Ein heiterer Tag ist wie ein grauer, wenn wir ihn ungerührt ansehen. 

Wenn wir nur hetzen, rennen, mit geschlossenen Augen durch die Welt gehen müssen, weil wir keine Zeit haben, innezuhalten, mal den Moment zu genießen, die Farben der Natur anzusehen, das freudige Lächeln Vereinzelter zu empfangen.

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Das Ständig-Verfügbar-sein-Müssen

Es ist ein langer Prozess – nach und nach mache ich kleine Fortschritte. Ich muss nicht mehr jede Nachricht sofort beantworten. Nicht ans Telefon gehen, wenn ich nicht möchte. Es ist nicht unhöflich. Wer hat was davon, mit mir zu telefonieren, wenn ich nicht offen dafür bin, gar  schlecht gelaunt, weil gestresst und unter Druck. Wichtige Nachrichten kann man hinterlassen und dann bin ich die letzte, die nicht da ist. 


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Gesundheit geht vor 

Dieses Sich-ständig-unter-Druck-fühlen macht krank. Und meine Gesundheit ist wichtiger, als ständig des textens wegen zu texten und des Redens wegen zu reden. 

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Schweigen 

Man muss auch nicht immer reden. Man darf auch mal schweigen. Jeder von uns braucht auch mal Ruhe, Zeiten, in denen er sich zurückziehen kann, ganz auf sich selbst konzentrieren, um im Anschluss für anderes und andere voll da sein zu können. Um die Hürden des Alltages zu bewältigen, Zeit und Kraft zu haben, mit seinen Kindern zu spielen, sich mit seinen Freunden, seiner Fanilie zu treffen et cetera.
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Respekt den Kräften und Grenzen des anderen gegenüber

Im Gegenzug erwarte ich auch nicht, dass jeder ständig griffbereit für mich ist. Und empfangsbereit für meine Sorgen und Nöte. Manches muss ich eben mit mir selbst ausmachen oder mir jemanden suchen, der gerade die Kapazität hat, zuzuhören. Ich respektiere die Grenzen der anderen. Beschwere mich nicht, wenn jemand sich nicht meldet oder keine Zeit hat. Wir haben alle unser Leben und dürfen so weit wir können selbst entscheiden, wie wir dieses gestalten. 
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Gesellschaft unter Druck – Folgen für uns

Weil sich die Gesellschaft unter Druck setzt, müssen wir das nicht auch tun. Und dadurch, dass sich jeder unter Druck setzt und setzen lässt, wird das auch von uns erwartet. Alles muss schnell gehen, sofort erledigt werden – koste es, was es wolle. Und wo führt uns das hin?! Wir sehen es. Burn-Out, Depressionen und was es sonst so gibt, sind keine Modeerscheinungen dieses Jahrtausends. Sie spiegeln die Reaktion der Gesellschaft auf das Zuviel wider. 
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Multitasking – Wir haben nicht mehr nur eine Aufgabe

Wir müssen nicht mehr „nur“ arbeiten gehen oder „nur“ die Kinder erziehen. Kinder und Jugendliche müssen nicht mehr „nur“ zur Schule gehen und können sich im Anschluss austoben, mit Freunden treffen, relaxen. Als ob Schule nicht schon genug und sogar zu viel wäre, muss es noch Nachhilfe geben, Musikunterricht, Sportverein und was auch immer. Multitasking wird vorausgesetzt, obwohl mittlerweile wissenschaftlich belegt ist, dass das gar nicht möglich ist. 
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MyMonk: 

Positiver Stress, der Eustress, kann eine positiv wirkende Kraft im Leben sein. Der Pionier der Stressforschung, Hans Selye, sagte: „Stress ist die Würze des Lebens“. Die Vorsilbe „Eu“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „gut“.

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Positiver Stress 

Ich habe nicht im Allgemeinen etwas gegen Stress, nein. Im angemessenen Maße – welches für jeden ein anderes ist – bringt er mich voran, treibt mich an. Aber ist er zu viel, hält er uns auf und wir können nicht im Ansatz das leisten, was wir könnten, wenn wir nur ein klein wenig früher stoppen oder pausieren. Wenn wir nur ein klein wenig früher darauf achten, was uns gut tut und was nicht. 
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Ich wünsche Dir ebenso die Gelassenheit, die Du brauchst. Die Ruhe und die Entspannung. Für diejenigen unter uns, die schon weiter sind, freue ich mich und erfahre immer gern wieder Tipps und Tricks dafür, mehr Achtsamkeit zu vollführen und Gelassenheit zu erfahren. 

Berichte gern von Deinen Erfahrungen, Ideen, Sorgen und Wünschen. Lasst uns darüber austauschen, damit wir alle ein kleines Stück zufriedener und damit gesünder sind. 

Deine Alex<3
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Quellen: 

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1911. Originaltext

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 7. Buch, 1. Kap., Wilhelm mit sich allein

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